Umzug ins Pflegeheim

senioren_spielenDer Umzug in eine Pflegeeinrichtung ist für die Betroffenen und deren Angehörigen ein großer Schritt. Häufig ist ein bevorstehender Wohnortwechsel mit Gefühlen der Unsicherheit verbunden. Es ist daher wichtig, den Einzug in ein Pflegeheim gut zu organisieren. Damit Sie an alles denken, haben wir zusammen mit der Pflegehilfe eine Checkliste erstellt, was beim Umzug in eine Pflegeeinrichtung zu beachten ist.

Vor dem Umzug

  • Beantragung der Pflegestufe bei der Pflegekasse Ihrer Krankenkasse
  • Überdenken, ob ein Umzug in ein Pflegeheim nötig ist, manchmal ist auch die Betreuung zu Hause über eine 24 Stunden Betreuung möglich
  • Auswahl der geeigneten Pflegeheims ggf. unter Zuhilfenahme eines Pflegeheimportals
  • Beauftragung eines Umzugsunternehmen (Preisvergleich Umzugsunternehmen)
  • Stellung des Antrags auf Kostenübernahme der vollstationären Unterbringung bei Ihrer Pflegekasse
  • Kündigung des Mietvertrages für Ihre Wohnung

Tipp: Vorzeitige Kündigung des alten Mietvertrags

Im Falle eines Umzuges in ein Pflegeheim gibt es die Möglichkeit das Mitverhältnis vorzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist zu beenden. Hierzu muss ein sogenannter Härtegrund vorliegen, der die vorzeitige Aufhebung des Mietvertrages rechtfertigt. Dieser liegt dann vor, wenn eine schwere Erkrankung des Mieters gegeben ist und dies den Umzug in eine Pflegeeinrichtung erfordert.

Neben dem Nachweis dieses Härtegrundes durch einen Arzt muss der Mieter dem Vermieter zusätzlich noch einen Nachmieter anbieten. Sollte der Mieter trotz Nachweis eines Härtegrundes und eines Nachmieters auf eine fristgerechte Kündigung bestehen, sollten Sie sich durch einen Anwalt beraten lassen.

  • Ggf. die Organisation von Schönheitsreparaturen, die für die Abnahme der Wohnung durch den Vermieter nötig sind
  • Abklärung ob und welche Möbel mit ins Pflegeheim
  • Organisation der Wohnungs- und Kellerauflösung (Preisvergleich Umzugsunternehmen)
  • Abklärung mit der Heimleitung ob und welche Möbel ins Pflegeheim mitgenommen werden dürfen
  • Abklärung ob Haustiere mitgenommen werden dürfen und dementsprechend die Übergabe des Haustiers
  • Vereinbarung des Wohnungsübergabetermins mit dem Vermieter
  • Abklärung der Notwendigkeit von Namensetiketten an der Bekleidung
  • Ggf. Rückgabe von Hilfsmitteln (z. B. WC-Sitz, Pflegebett, usw.)

Kündigung entsprechender Verträge

Der Umzug in ein Pflegeheim ist oftmals mit hohen Kosten verbunden. Glücklicherweise können Sie nun einige Verträge kündigen und so Kosten sparen.

  • Kündigung an Energielieferant (Gas, Wasser, Strom)
  • Kündigung von Versicherungen

Tipp: Kündigung der Hausratsversicherung und der GEZ

Bei einem Umzug in ein Pflegeheim sind gegebenenfalls bestimmte Versicherungen nicht mehr erforderlich. Allen voran ist die Hausratsversicherung zu kündigen. Auch eine Haftpflichtversicherung macht nur noch bei einem Vermögen Sinn, das es zu schützen gilt. Alle weiteren Versicherungen sind individuell zu überprüfen und an die neuen Bedingungen anzupassen. Oftmals gibt es weitere laufende Verträge, die jetzt keinen Sinn mehr machen. So kann es einen Anbieter für Essen auf Rädern, einen ambulanten Pflegedienst oder eine 24 Stunden Betreuung zu Hause geben. Diese und weitere Verträge (Zeitschriften-Abos, etc.) müssen entweder gekündigt oder an den neuen Wohnsitz mitgenommen werden.

Außerdem muss der häusliche Telefonanschluss gekündigt werden. Die GEZ-Gebühr für Rundfunk und Fernsehen muss in der Regel auch in der Pflegeeinrichtung weiter bezahlt werden. Es gibt aber Möglichkeiten, sich von der GEZ-Gebühr befreien zu lassen. Dies ist für Pflegeheimbewohner möglich, wenn sie den Eintrag „RF“ im Schwerbehindertenausweis haben oder zur Deckung der Heimkosten Sozialhilfe erhalten. Hierzu muss allerdings ein gesonderter Antrag zur Befreiung der Zahlung der Rundfunkgebühren gestellt werden.

  • Kündigung des Telefonanschlusses
  • Kündigung Satelliten- oder Kabelanschluß GEZ (Heimbewohner müssen keine GEZ-Gebühren zu bezahlen)
  • Ggf. Kündigung von Zeitschriften-Abos oder Änderung der Adresse
  • Ggf. Kündigung des Hausnotrufsystems
  • Ggf. Kündigung des Mahlzeitendienstes
  • Ggf. Kündigung des ambulanten Pflegedienstes
  • Nachsendeantrag für die Post stellen

Mitteilung der neuen Adresse

Obwohl Sie Ihre Post dank des Nachsendeantrages weitergeleitet bekommen, lohnt es sich die Post direkt an die neue Adresse zugeschickt zu bekommen, da für die Weiterleitung Kosten entstehen. Folgende Institutionen sollten Sie über den Wohnortwechsel informieren:

  • Freunde, Verwandte, Bekannte
  • Gemeindeverwaltung (Ummeldung)
  • Rentenversicherung
  • Pflegekasse / Krankenkasse
  • Therapeuten und Ärzte
  • Banken
  • Finanzamt

Beim Umzug zu hinterlegende Dokumente

Klären Sie frühzeitig mit der Heimleitung ab, welche Dokumente bei Einzug hinterlegt werden müssen. Idealerweise geben Sie Kopien ab und behalten die Originale selbst.

Ärztliche Verordnungen (z. B. über An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen, medizinische Fußpflege bei Diabetikern, Verabreichen von Medikamenten usw.) Teilen Sie der Pflegedienstleitung mit, welche Verordnungen Sie seither erhalten hatten, so dass diese bei Bedarf auch weiterhin durchgeführt werden.

  • Heimanmeldung und ggf. Heimnotwendigkeitsbescheinigung
  • Liste von behandelnden Ärzten (mit Adresse)
  • Ummeldung Einwohnermeldeamt
  • Personalausweis
  • Versichertenkarte der Krankenkasse
  • Rentenbescheid
  • Medikamentenplan vom Arzt
  • Sonstige Berichte/Befunde von Ärzten, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen
  • Ggf. Betreuerausweis, Betreuungsverfügung, Testament
  • Ggf. Blutdruckpaß, Blutgerinnungspaß, Brillenpass, Defibrillatorpaß, Diabetikerpaß, Herzschrittmacherpaß oder Impfpass
  • Versicherungspolicen

Checkliste für den Koffer

In jedem Fall sollten Sie an folgende Dinge bei einem Umzug denken:

  • Jacken, Mäntel, Hosen, Blusen, Hemden, T-Shirts, Röcke, Kleider, Mützen, Hut, Schal, Handschuhe
  • Wäsche inkl. Nacht- und Unterwäsche
  • Hausanzug, Jogginganzug
  • Socken, Strümpfe, Strumpfhosen, Kompressionsstrümpfe
  • Morgenmantel
  • Schuhe
  • Ggf. Handtaschen
  • Lesebrille
  • Hygiene- und Toilettenartikel, ggf. Zahnprothesen
  • Ggf. Rasierapparat bzw. Einweg-Rasierer
  • Waschlappen, Handtücher, Duschtücher
  • Nagelfeile / Nagelschere
  • Duschgel, Shampoo, Zahnbürste etc.
  • Schuhe
  • Ggf. Möbel (Regal, Schrank, Sessel, Kommode)
  • Bargeld
  • Kalender
  • Erinnerungsstücke / Lieblingsstücke
  • Bilder und Fotoalben
  • Bücher
  • Radio, Fernseher, CD-Spieler, evtl. Laptop
  • Etwas Bargeld für Kiosk, etc.