Schönheitsreparaturen in Mietwohnungen

Immer wieder heikel: Schönheitsreparaturen in Mietwohnungen. Klauseln dazu finden sich in nahezu jedem Mietvertrag, doch nicht immer sind sie gültig. Vor dem Auszug gibt es oft Streit darüber, welche Reparaturen der Mieter leisten muss.

Welche Arbeiten zählen als Schönheitsreparaturen?

Grundsätzlich gilt, dass der Mieter nur solche Schäden ausbessern muss, die er durch normale Abnutzung selbst verübt hat. Die Pflicht zu Schönheitsreparaturen gilt jedoch nur, wenn die Wohnung in renoviertem Zustand übernommen wurde und dies in einer rechtsgültigen Klausel im Mietvertrag festgehalten ist. Die Ausbesserungen sollen mit einfach zu handhabenden Materialien wie Gips, Farbe und Tapete durchzuführen sein. Dazu gehören Malerarbeiten an Wänden, Decken, Heizungsrohren, Innentüren und Fenstern. In der Wahl der Farbe kann der Vermieter keine genauen Vorgaben machen, es gilt kein „Farbdiktat“: Das oft geforderte weißen der Wände ist nicht notwendig, auch andere wohnliche Farben sind erlaubt. Sie sollten allerdings halbwegs neutral sein, also keine knalligen oder irritierenden Farben.

Was fällt nicht darunter?

Der Austausch des alten Teppichbodens ist nicht Aufgabe des Mieters, sofern er keine übermäßigen Abnutzungsspuren verursacht hat. Dasselbe gilt für das Abschleifen und Versiegeln von Parkettböden. Gemeinschaftsräume wie Treppenhaus, Keller oder Hausflur sind generell von der Klausel ausgenommen; ebenso der Außenbereich der Wohnung, also Balkon, Terrasse und Außenseiten der Fenster. Schäden an Putz und Mauerwerk muss der Mieter nicht beseitigen, auch muss er keine Reparaturen an Gasleitungen, Türschlössern, Lichtschaltern und elektronischen Leitungen vornehmen.

Welche Fristen gibt es?

Die früher üblichen starren Fristen, zu denen Renovierungsarbeiten laut Mietvertrag in einem regelmäßigen Intervall vorgenommen werden mussten, sind ungültig. So kann der Mieter nicht verpflichtet werden, alle drei Jahre das Bad zu renovieren. Schönheitsreparaturen sind nur dann fällig, wenn es offensichtliche Abnutzungsmängel gibt, nicht als Präventivmaßnahme.

Wer übernimmt die Kosten?

Der Mieter hat das Recht, alle Arbeiten selbst auszuführen, er kann nicht gezwungen werden, einen professionellen Dienstleister dafür zu bezahlen. Allerdings müssen die Arbeiten in ordentlicher Qualität geleistet werden, Pfusch oder schlampige Ergebnisse muss der Mieter nicht hinnehmen. Steht im Mietvertrag dennoch eine Klausel, dass der Mieter eine Fachfirma beauftragen muss, ist diese vor dem Gesetz ungültig. Falls der Mieter aufgrund ungültiger Klauseln Geld für einen Handwerker ausgibt, kann er diese Kosten vom Vermieter zurückfordern – allerdings nur innerhalb einer Frist von 6 Monaten, danach verjährt der Anspruch auf Kostenerstattung.

Was tun im Streitfall?

Oft kommt es trotz dieser Regelungen zu Uneinigkeiten über die Leistungen der Schönheitsreparaturen. Lassen Sie sich vom Mieterschutzbund oder einem auf Mietrecht spezialisierten Anwalt beraten.