Die Gefahr aus der Wasserleitung

Eine neue Wohnung, ein neues Haus – vielleicht sogar das erste Eigenheim. Wenn ein Umzug bevorsteht, erwartet uns Stress, der jedoch schnell durch das gute Gefühl im neuen Domizil wettgemacht wird.
Damit man sich im neuen Heim jedoch auch langfristig wohlfühlt, machen wir uns vorab über gewisse Dinge Gedanken: Strom, Heizung und die Energieversorgung im Allgemeinen sollten unseren Ansprüchen genügen. Doch über einen wichtigen Faktor machen wir uns sehr häufig erst viel später oder sogar gar keine Gedanken: die Trinkwasserversorgung.

Wenn das wichtigste Lebensmittel der Welt zur Gefahr wird

Das Wasser sprudelt aus dem Hahn – das ist zunächst die Grundvoraussetzung dafür, dass wir uns für eine Wohnung entscheiden. Denn die Versorgung mit Leitungswasser ist in der heutigen Zeit eine Selbstverständlichkeit. Dass das Wasser aus dem Hahn jedoch tatsächlich unbedenklich ist, ist jedoch nicht selbstverständlich – auch wenn wir uns aus Unwissenheit darauf verlassen.
Wasserglas wird am Wasserhahn gefüllt
Mit dem Gedanken „Dafür gibt es doch Gesetze!“ schließen wir die Überlegung ab. Tiefer gehend beschäftigen wir uns kaum mit dem Thema. Die Tatsache, dass die neue Wohnung oder das neue Haus mit Trinkwasser versorgt wird, reicht den meisten Menschen aus. Dass jedoch genau hier, im wichtigsten und für uns selbstverständlichen Lebensmittel, Gefahren für die eigene Gesundheit lauern, ist vielen gar nicht bewusst.

Trinkwasserleitungen schon bei der Immobilienbesichtigung Beachtung schenken

Kaum jemand fragt sich bei der Besichtigung der neuen Wohnung oder des neuen Hauses, welche Qualität die verbauten Trinkwasserleitungen aufweisen. Die Frage, ob beispielsweise Kupfer oder Bleirohre das Wasser in die Wohnung transportieren, steht ganz unten auf der Interessenliste von Wohnungssuchenden. Unwissentlich setzen sich die Menschen dann unter Umständen enormen Gefahren aus. Denn dass ihr Wasser auch wirklich unbedenklich ist und der durch die Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen Qualität entspricht, ist nicht selbstverständlich.

Eigentümer in der Verantwortung

Der Hintergrund: Mieter und Vermieter sollten sich darüber klar sein, dass die Wasserversorger zwar absolut hochwertiges Trinkwasser liefern, diese Garantie jedoch an der Grundstücksgrenze endet. Sobald das Wasser an der Wasseruhr an die Haushalte übergeben wird, haftet allein der Eigentümer für die Qualität. Nun gehen viele Menschen davon aus, dass auf diesen wenigen Metern nicht mehr allzu viel mit dem Wasser geschehen kann oder „irgendwer“ die Qualität überwacht. Doch diese Annahmen sind leider falsch: Innerhalb der hausinternen Wasserinstallation finden Verunreinigungen statt, die nicht unterschätzt werden sollten.

Tipp:

• Fragen Sie Ihren Vermieter, ob und wann zuletzt ein Legionellen-Test durchgeführt wurde und bitten Sie gegebenenfalls um Einsicht in den entsprechenden Prüfbericht.
• Bringen Sie außerdem in Erfahrung, ob Ihr Leitungswasser in der letzten Zeit auf Verunreinigungen durch Schwermetalle (Blei, Kupfer, Nickel) analysiert wurde.

Liegen diese Analysen länger zurück oder wurden sogar gänzlich versäumt, verschaffen Sie sich durch einen Wassertest Gewissheit über die Qualität Ihres Wassers. Entsprechende Analyse-Sets sind hier erhältlich.

Omnipräsentes Problem: gefährliches Blei im Trinkwasser

Häufiges Problem sind beispielsweise Bleirohre. Seit einigen Jahren werden Bleirohre nicht mehr verbaut. Trotzdem finden sie sich in älteren Häusern noch sehr häufig. Beim Hauskauf oder dem Beginn eines Mietverhältnisses sollte daher dringend festgestellt werden, ob noch Bleirohre verbaut sind. Ist dem so, sollte über den zeitnahen Austausch der Leitungen nachgedacht werden. Bleirückstände im Wasser gefährden die Gesundheit enorm. Das Trinkwasser, das von den Wasserversorgern geliefert wird, überschreitet den geltenden Grenzwert für Blei im Trinkwasser nicht. Doch das ändert sich, sobald es durch die veralteten Bleileitungen fließt. Tatsächlich ist es höchst unwahrscheinlich, dass das Wasser, das durch Bleirohre zum Wasserhahn gelangt, am Ende die Grenzwerte einhält.

Neben giftigen Stoffen wie Blei sind auch Bakterien und Keime ein Faktor, der das Trinkwasser verunreinigen kann und die Gesundheit des Nutzers stark in Mitleidenschaft zieht. Auch hier haben Vermieter die Pflicht, für Unbedenklichkeit zu sorgen. Eigenheimbesitzer jedoch müssen sich selbst um die mikrobiologische Unbedenklichkeit kümmern.

Sind sich Mieter oder Eigentümer nicht sicher, ob noch alte Leitungen verbaut sind oder besteht der Verdacht auf eine Verunreinigung, bietet sich ein schnell durchzuführender Wassertest an, der das Wasser auf die wichtigsten Parameter analysiert und Hinweise auf mögliche Probleme gibt.

Wichtig zu wissen: Im Eigenheim haften Sie selbst!

Vor allem dann, wenn der Umzug ins neue Eigenheim ansteht, sollte die Trinkwasserqualität einen hochrangigen Platz in der Interessen-Liste einnehmen. Denn hier haften Eigentümer selbst für die Wasserqualität, sobald das Wasser der Stadtwerke die Grundstücksgrenze überschreitet.

Jede 6. Probe aus Privathaushalten verunreinigt!

Es ist vielen nicht bewusst, doch die Gefahr, die im Leitungswasser lauern kann, ist präsenter als allgemein angenommen wird. Dies unterstreicht eine 2015 durchgeführte Studie eines renommierten deutschen Instituts, im Zuge derer Trinkwasserproben aus 1500 Privathaushalten analysiert wurden. Dazu stand das Wasser auf dem Prüfstand, das schlussendlich tatsächlich beim Verbraucher aus dem Hahn kommt. Diese Proben wurden unter anderem auf wichtige Parameter wie Blei, Nickel oder Kupfer untersucht. Das Ergebnis ist alarmierend: Jede sechste Probe überschritt deutlich die geltende Grenzwerte der Trinkwasserverordnung. Dieses Leitungswasser ist somit eine definitive Gefahr für die Gesundheit des Verbrauchers. Klar ist also: Das streng von den Wasserversorgern kontrollierte Wasser kommt viel zu oft nicht in diesem Zustand in den Wohnungen an. Mehr zur Studie erfahren Sie hier.

Der Grund ist einfach: Die Qualitätssicherung wird innerhalb hausinterner Trinkwassersysteme nicht annähernd ausreichend durchgeführt. Beim Einzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus sollte daher auch dem Trinkwasserversorgungs-System Beachtung geschenkt werden. Neben der Frage, ob beispielsweise noch veraltete Bleirohre verbaut sind, sollte beispielsweise auch den Wasserhahn-Armaturen Beachtung geschenkt werden. Denn auch hier lauern Gefahren, etwa durch Nickellegierung.

Mieter haben Rechte, Eigentümer stehen in der Pflicht

Die Pflichten von Vermietern und Eigentümern sowie die Rechte von Mietern sind in der Trinkwasserverordnung klar deklariert. Wichtigste und grundlegende Aspekte sind beispielsweise:
• Eigentümer haften für die Reinheit des Wassers, das sie Dritten (etwa Mietern) zur Verfügung stellen.
• Eigentümer, die selbst im Eigenheim leben, haften selbst für die Wasserqualität.
• Mieter haben das Recht auf vollkommen unbedenkliches Trinkwasser. Dazu müssen vom Vermieter sämtliche notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um diese zu gewährleisten.

Trotz dieser klaren Regelungen herrscht hier jedoch noch Unwissenheit und eine daraus resultierende gewisse Unbekümmertheit, die schlussendlich zu enormen gesundheitlichen Folgen führen kann.

Vor allem Babys sind in Gefahr

Schwermetalle und giftige Stoffe im Trinkwasser können erhebliche Folgeschäden für die Gesundheit des Konsumenten bedeuten. Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, denn ihr Stoffwechsel nimmt die toxischen Stoffe wesentlich direkter auf, als der Organismus eines Erwachsenen. So kann beispielsweise schon eine geringe Konzentration Blei, das über einen längeren Zeitraum aufgenommen wird, zu verminderter Intelligenz führen. Nitrat wiederum kann Blausucht auslösen.
Die gesundheitlichen Folgen können sehr facettenreich sein. Daher wird eine Erkrankung häufig erst spät oder gar nicht mit Verunreinigungen des Wassers in Verbindung gebracht. Die Langzeitfolgen sind dann meist kaum noch zu behandeln.

Alternative Wasserversorgung: Hausbrunnen

Bietet das neue Domizil die Möglichkeit, durch einen eigenen Trinkwasserbrunnen zum Wasser-Selbstversorger zu werden, sollte auch diesem Aspekt der Wasserhygiene ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt werden. Für das so gewonnene Wasser haften Eigentümer vollkommen allein. Das Wasser wird nicht, wie bei der Versorgung durch die Wasserwerke, vorab aufbereitet und in hoher Qualität bis an die Grundstücksgrenze geliefert. Das durch den eigenen Hausbrunnen gewonnene Wasser muss selbst kontrolliert und aufbereitet werden.

Versorgen sich Eigentümer ausschließlich selbst mit dem so gewonnenen Wasser, werden oftmals die Kontrollen enorm vernachlässigt und die Konsumenten großer Gefahr ausgesetzt. Denn hier besteht keine im Gesetz verankerte Nachweispflicht über die Qualität des Wassers. Daher sollten sich frischgebackene Eigenheimbesitzer zum einen schon beim Hauskauf von der regelmäßigen Wartung des Brunnens überzeugen und vor allem selbstständig und regelmäßig, ganz abgesehen von einer eventuellen rechtlichen Verpflichtung, Wasseranalysen durchführen lassen. Nur so können erhebliche Folgebeschwerden ausgeschlossen werden.
Werden Dritte, also etwa Mieter, mit dem Wasser versorgt, haben diese ein Recht darauf, unbedenkliches und den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung entsprechendes, Wasser zu erhalten. Hier sind Kontrollen schon durch die Regelungen der Trinkwasserverordnung unumgänglich.

Der eigene Hausbrunnen im neuen Heim bietet also eine verlockende Alternative zur Versorgung mit Trinkwasser durch die öffentlichen Wasserversorger. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Qualität des Wassers durchweg kontrolliert wird.

Sicher gehen und langfristig wohlfühlen im neuen Heim

Legionellen und andere gefährliche Bakterien sowie giftige Stoffe wie Blei, Nickel oder Kupfer können aus der Freude über ein neues Domizil schnell einen gesundheitlichen Albtraum machen. Daher sollte bei der Wahl des neuen Heims schon vorab auch die Trinkwasserversorgung beachtet werden. Herrscht Unsicherheit, bieten sich auch für Privatpersonen Wasseranalysen an, die Probleme aufzeigen.

Erhältlich sind diese beispielsweise über das Online-Unternehmen IVARIO. Diese Analysen bieten die Möglichkeit, schnell und unkompliziert über die Qualität des Trinkwassers im neuen Heim Klarheit zu bekommen. So können mögliche Gefahrenquellen schnell erkannt und behoben werden. Speziell auf die Bedürfnisse von Privatpersonen ausgerichtete Leitungswasser- oder auch Brunnenwassertests schaffen Gewissheit, so dass dem guten Gefühl im neuen Heim wirklich nichts mehr im Wege steht.

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