Besteller-Prinzip tritt in Kraft – was ändert sich?

Makler verärgert

Am 1. Juni ist das sogenannte Besteller-Prinzip in Kraft getreten. Das neue Gesetz schreibt vor, dass derjenige, der den Makler beauftragt, auch dessen Provision bezahlen muss. Bisher mussten die Mieter auch dann Makler bezahlen, wenn sie ihn nicht bestellt hatten. Welche Änderungen das Besteller-Prinzip mit sich bringt, erklären wir hier.

Wer beauftragt, zahlt

Mit dem neuen Gesetz wird nahezu ausgeschlossen, dass Mieter die Makler-Courtage übernehmen müssen. Das Besteller-Prinzip gilt auch dann, wenn der Mietinteressent vorab über die Courtage informiert war und sich bereiterklärt hat, diese zu bezahlen. Mit dieser Regelung sollen Schlupflöcher verhindert werden. Die neue Bestimmung geht soweit, dass der Makler von Mietern auch dann keine Provision verlangen darf, wenn er ihnen eine Wohnung aus seinem Portfolio anbietet. Nur wenn der Makler aufgrund der schriftlichen Beauftragung durch den Mietern nach neuen Wohnungen sucht, gilt der potenzielle Mieter als Auftraggeber. Ist eine Wohnung bereits im Bestand des Maklers aufgenommen, muss er dafür die Zustimmung des Vermieters eingeholt haben – diese Zustimmung wird als Beauftragung seitens des Vermieters gewertet. Bei Missachtung der Regelung droht ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro für Makler. Die Gesetzesnovelle betrifft nur Mietwohnungen, Eigentumswohnungen sind nach wie vor ausgenommen.

Makler verärgert

Wenig überraschend reagiert der Immobilienverband IVD, der die Maklerseite vertritt: Er spricht von einem „vermieterfeindlichen Gesetz“, das sowohl Vermietern als auch Mietern schade. Auf Vermieter kämen „mehrere hundert Millionen Euro Mehrbelastung“ zu, da sie allein die Kosten für eine Vermittlung zu tragen hätten. Vermieter wiederum hätten aufgrund der Bestimmungen kaum eine Möglichkeit mehr, einen Makler mit der Suche nach einer Wohnung zu beauftragen. Laut einer Umfrage von Immowelt.de glauben 69% der befragten Makler, dass sich das Gesetz negativ auf ihr Unternehmen auswirken werde. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich der Wohnungsmarkt noch stärker als bisher ins Internet verlagern wird, wo sich Mieter und Vermieter direkt und ohne den Zwischenschritt Makler austauschen werden.

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